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Ziegen haben Vorfahrt

Capra aegarus hircus.

Schon die Altkanarier waren Bauern, die Ziegen und Schafe hielten. Sie liefern Milch, Leder, Fleisch, Käse und Wolle. Dabei sind insbesondere Ziegen sehr genügsame Tiere, die sich von Blätter, Baumbewuchs, Kräuter und Gras ernähren.

Die Kuh des armen Bauern, wie die Ziege genannt wird, kann durch ihre Kletterfähigkeit, auch dort gehalten werden, wo bergige Landschaften eine Rinderhaltung nicht mehr möglich machen. Daraus hat sich eine beeindruckende Käseproduktion auf den Kanaren entwickelt. Rund 8.000 Tonnen Ziegenkäse sollen es jährlich sein.

 

Rassen-Mix

Die palmerische Ziege ist keiner eindeutigen Rasse zuzuordnen, denn sie ist eine Vermischung aus europäischen und afrikanischen Rassen, deren Vorzüge sie vereint.

Die aus Murcia stammende Granadina, sie gilt als eine der züchterisch am besten an ihre Umwelt angepassten Ziegen, hat das beste Verhältnis von jährlicher Milchtrockensubstanz und Körpergewicht.

Die aus Malaga stammende Küstenziege ist flexibel in ihrem Lebensraum, afrikanische Ziegen sind robust, können auch in kälteren Regionen ohne Probleme sehr genügsam gehalten werden.

Ziegen sind Wildtiere, die vorwiegend in Bergregionen wie Eurasien und Nordafrika verbreitet sind. Es ist eine Gattung der Hornträger, zu denen auch verschiedene Arten der Steinböcke und Schafarten wie das wild lebende Mufflon gehören. Die Hausziege (Capra aegagrus hircus) ist nach dem Hund, zusammen mit dem Schaf, eines der ältesten Nutztiere der Menschheit. Ihre Domestikation begann bereits vor mehr als 9.000 Jahren.

 

Schafe werden ebenfalls auf La Palma gezüchtet.

Wie vielerorts in Europa, so wurden auch auf La Palma die Bergziegenarten Mufflons und Arruis ausgesetzt. Die Natur sollte damit nicht bereichert werden, es gab kein Jagdwild auf der Insel. Um dies zu ändern, lies man die Mähnenschafe 1954 vom spanischen Festland einschiffen. Aurris oder Mähnenschafe, ursprünglich aus dem nördlichen Afrika, haben auf der Isla bonita jedoch keine natürlichen Feinde und fühlen sich, besonders in unserem Nationalpark, besonders wohl.

Inzwischen haben sie sich derart vermehrt, dass man sie, als Fressfeind der kostbaren endemischen Flora, gerne wieder los werden möchte. Das Wildschaf der Ziegenfamilie Capriane lässt sich jedoch nicht so einfach unterkriegen. Der Bestand ist trotz Bejagung nicht rückläufig.

 

Neben der Wildziege (Capra aegagrus) und der Hausziege (Capra aegagrus hircus) gibt es eine zunehmende, verwilderte Hausziegenpopulation, die sich vorwiegend in gebirgigen oder abgelegenen Regionen aufhält. Sie alle gehören in die Ordnung der Paarhufer und der Familie Capriane.

 

Was man noch über Ziegen wissen sollte.

Weibliche Ziegen nennt man Geiß, Zicke oder Hippe, die männlichen Tiere Bock. Ist der Bock kastriert, wird er Mönch, das Ziegenjunge Kitz genannt.

Ob Weibchen oder Männchen, beide Geschlechter sind robust, mit kräftigen Gliedmaßen gebaut und tragen Hörner. Bei den Weibchen sind diese kurz und dünn, bei Männchen oft über einem Meter lang und spiralförmig nach hinten gedreht.

In vielen Kulturen gilt der Ziegenbock als Sinnbild der Fruchtbarkeit, in anderen als Abbild des Teufels.

Der Begriff Sündenbock hat allerdings eine andere Ursache. Er kommt von der Beistellziege. Häufig stellt man nervösen Pferden eine Ziege in den Stall um Aggressionen und Depressionen zu Verhindern. Diese Beistellziege, zieht laut Volksglauben, Krankheiten und Sünden auf sich.

 

Ziegen haben auf La Palma Vorfahrt

Ob Wildziege oder Hausziege, auf La Palma sind plötzlich auftretende Ziegenherden keine seltene Begegnung auf Landstraßen.
Auf der kleinen Insel gilt:
Ziegen haben Vorfahrt.
Warten sie einfach ab, bis die seltsamen Verkehrsteilnehmer vorbeigezogen sind und fahren sie dann weiter.

Über Graja (1979 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma.info/autoren-impressum/

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