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Zukunftsbilder und Visionen

Nichts wird wie es einmal war und das ist gut so. Fallzahlen bestimmen, ob wir in der Zukunft ankommen.

Zukunftsgedanken

11 Tage Ausnahmezustand (24.03.2020)

Zurück zur Normalität oder neue Wege gehen?

Stehen wir vor einem historischen Augenblick mit Richtungswechsel, oder wird Corona die Welt nicht verändern?

Nichts wird wie es einmal war und das ist gut so. Der Planet dreht sich weiter und irgendwann sprechen wir über die jetzige Epoche von der guten alten Zeit. Dass in dieser alten Zeit nichts besser war, wissen wir aus der Geschichte.

Die Welt befindet sich in einer Lernphase. Wir sitzen nicht nur in Quarantäne, wir sind in einem kollektiven Klassenzimmer, mit Zeit zum Nachdenken. Zeit, die wir in unserer sonst hektischen Welt selten haben. Und schon jetzt, nach nur 11 Tagen, konnten wir unseren geistigen Horizont um einige Erkenntnisse erweitern.

Wir wissen jetzt, dass Home-Office besser funktioniert als sein Ruf. Damit könnte sich die Arbeitswelt radikal verändern. Wege werden eingespart, die Umweltbelastung um ein vielfaches reduziert. Gut, soziale Kontakte gehen dabei flöten, aber wer braucht die schon nach dem sich alle 11 Minuten ein Single bei …

Klassenzimmer könnten ebenfalls Digitalisiert werden, was bei einer Epidemie funktioniert, kann sich auch im Alltag durchsetzen. Kidds sitzen eh in jeder freien Minute am Rechner, endlich macht Lernen wieder Spaß und kein Gras Dealer verkauft seine Gewächse auf dem Schulhof.

Auch das Lieferketten, bei denen Millionen von Einzelteilen über den Planeten geschubst werden keine ideale Lösung sind lernen wir gerade. Die Globalisierung macht dort wo sich ein Staat nicht mehr Autark versorgen kann, keinen Sinn. Das trifft auf Produktion lebenswichtiger Medikamente ebenso zu, wie auf Lebensmittel. Plötzlich ist der Bauer um die Ecke wieder eine gefragte Volksgruppe. Jahrelang von der EU in der Ausbeuterecke gestellt, erkennt man jetzt wie wichtig der heimische Landwirt ist.

Der wohl wichtigste Lehrstoff in diesem Klassenzimmer ist der Wert von Randgruppen. Ich spreche nicht von Flüchtlingen oder Obdachlosen, es geht um medizinisches Personal, Altenpflege, Krankenpfleger. Ihren Hilferuf wollte man lange Zeit nicht hören. Überarbeitet und schlecht bezahlt galt der Beruf als wenig Interessant. Zwar wusste man wie wichtig Ihre Arbeit ist, dennoch erfuhr die Berufsbezeichnung „Krankenschwester oder Altenpfleger“ wenig Anerkennung. Selbst Ignoranten haben nun (hoffentlich) Ihre Lektion gelernt.

Jeder gegen Jeden.

Gemeinsam sind wir stark – oder alle gegen Alle? Die Pandemie hat uns gezeigt, dass Europa noch lange nicht vereint ist, gar zerbrechen könnte. Von einem gemeinsamen Krisenmanagement Lichtjahre entfernt. Einzelaktionen und geschlossene Grenzen, an Stelle von gebündeltem Kampf gegen einen Virus lehren uns, dass sich jeder selbst der nächste ist.

Allerdings rücken in der Not die Menschen näher zusammen. Wo EU-Politik versagt, springt Menschlichkeit ein. Nachbarn, Freunde und Familien vergessen Konflikte und helfen sich gegenseitig schwierige Zeiten zu überstehen. Welche Zukunftsbilder und Visionen daraus entstehen, liegt an uns.

Die aktuellen Zahlen von heute.

 

InfiziertGeheiltTote
Weltweit435.006111.82219.625
gestern392.331102.97217.156
Spanien47.6105.3673.434
gestern39.6733.7942.696
Kanaren6571521
Gestern557816
La Palma3300
Gestern2400

 

Ich sehe die Corona-Steuer kommen.

Mit gewaltigen Hilfspaketen versuchen Staaten Ihre Wirtschaft zu retten. Bei den meisten Ländern war schon vor der Corona-Krise die Schuldenquote enorm hoch. Mit wirtschaftlichem Stillstand und zusätzlichen Ausgaben werden riesige Löcher im Staatssäckel entstehen. Um diese zu stopfen wird es enorme Steuererhöhungen oder eine spezielle Corona-Steuer geben müssen.

Flicken müssen das dann tausende von Arbeitslosen, Kleinbetriebe die nicht mehr existieren, angeschlagene Großkonzerne. Wie Grausam das Ganze werden kann, wird davon abhängen, wie lange der Ausnahmezustand noch besteht und ob wir zu unserer bisherigen Normalität zurückkehren, oder vielleicht in Zukunft doch ganz andere Wege gehen.

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Über Graja (1979 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: https://la-palma.info/autoren-impressum/

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